Auf Etiketten von Kälteschutzkleidung steht oft „EN 342“ mit einem Eiskristall-Symbol und einigen Zahlen. Was bedeutet das — und wann brauchen Sie es? Ein Überblick ohne Fachchinesisch.
Was DIN EN 342 regelt
DIN EN 342 ist die Norm für Kälteschutz-Kleidungssysteme — also Kleidung zum Schutz gegen Kälte in Umgebungen ab etwa -5 °C und kälter. Geprüft wird in der Regel das gesamte System (zum Beispiel Jacke und Hose zusammen), nicht nur ein einzelnes Kleidungsstück.
Die wichtigsten Kennwerte
- Wärmeisolation (Icle / Icler): wie gut das System die Körperwärme hält — die Grundlage für die zulässige Einsatztemperatur.
- Luftdurchlässigkeit (Klasse 1–3): wie stark Wind durch das Material dringt.
- Wasserdurchgangswiderstand (optional): Schutz gegen Nässe von außen.
Diese Werte stehen zusammen mit dem Eiskristall-Piktogramm im Etikett und der Kennzeichnung.
EN 342 oder EN 14058?
Die Faustregel: DIN EN 342 für richtige Kälte (ab -5 °C und kälter). Für kühle, aber nicht eiskalte Umgebungen (über -5 °C) gilt DIN EN 14058. Zur Bewertung von Außen-Kältearbeit und des Isolationsbedarfs gibt es zusätzlich DIN EN ISO 15743 und DIN EN ISO 11079 (IREQ).
Wann Sie zertifizierte Kälteschutzkleidung brauchen
Ergibt die Gefährdungsbeurteilung, dass bei den herrschenden Temperaturen Kälteschutz-PSA nötig ist, muss der Arbeitgeber geeignete, geprüfte Kleidung bereitstellen — bei tiefen Temperaturen in der Regel ein nach EN 342 zertifiziertes System.
Wie sich beheizte Kleidung dazu verhält
Wichtig und ehrlich: Beheizte Kleidung wie die von Gløde ist kein zertifiziertes EN-342-System und ersetzt ein solches nicht dort, wo es vorgeschrieben ist. Sie ist eine aktive, warme Kernschicht, die unter oder über der Arbeitskleidung getragen wird und den Rumpf gezielt wärmt. In vielen Betrieben ergänzt sie zertifizierte PSA — nämlich dort, wo passive Isolation allein den Menschen zwischen den Aufwärmpausen nicht warm genug hält. Prüfen Sie in der Gefährdungsbeurteilung, welche Kombination zu Ihren Temperaturen passt.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ist keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind die jeweils geltenden Normfassungen und die Beurteilung durch Ihre Fachkraft für Arbeitssicherheit.
Beheizte Wärme als Kernschicht — als Ergänzung zu Ihrer Kälteschutzkleidung. Testen Sie es risikofrei mit einem Pilotprojekt.
Ansatz & Pilot ansehen →Häufige Fragen
Ab welcher Temperatur gilt EN 342?
DIN EN 342 gilt für Kälteschutz-Kleidungssysteme in Umgebungen ab etwa -5 °C und kälter. Für kühle Umgebungen über -5 °C ist DIN EN 14058 einschlägig.
Ist beheizte Kleidung nach EN 342 zertifiziert?
Nein. Beheizte Kleidung ist kein zertifiziertes EN-342-System und ersetzt dieses nicht, wo es vorgeschrieben ist. Sie ist eine aktive, wärmende Zusatzschicht.
Was bedeuten die Zahlen am Eiskristall-Symbol?
Sie geben die Kennwerte des Systems an — vor allem die Wärmeisolation, die Luftdurchlässigkeitsklasse und optional den Wasserdurchgangswiderstand.
